Positives Denken bringt     mich vorwärts. 
 


 

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Wie gründen wir/ich eine Selbsthilfegruppe?

Eine passende Selbsthilfegruppe zu finden, gestaltet sich nicht immer einfach. Das Angebot an bestehende Gruppe ist zwar sehr vielfältig, dennoch kann es sein, dass ausgerechnet in Ihrer Nähe keine geeignete Gruppe zu finden ist. Wenn Sie sich entschlossen haben, eine eigene Selbsthilfegruppe zu gründen, gilt es einige wichtige Punkte zu beachten. Wir zeigen Ihnen hier, wie Sie Ihr Vorhaben in die Tat umsetzen können.  Zunächst müssen Sie Menschen finden, die in gleicher Weise vom Suchtmittelkonsum (Alkoholismus) betroffen und/oder angehörig sind:

  • Fragen Sie in Ihrem Bekanntenkreis
  • Informieren Sie Ärzte, Sozialarbeiter und andere Einrichtungen, dass Sie Betroffene und/oder Angehörige suchen.
  • Nutzen Sie die "schwarzen Bretter" in Geschäften, Büchereien, Gemeindehäusern, Apotheken und Arztpraxen.
  • Fragen Sie beim Pfarrer oder Pastor nach, ob er Betroffene und/oder Angehörige in der Gemeinde kennt.
  • Inserieren Sie in einem lokalen Anzeigenblatt. Viele Anzeigenblätter bieten für Selbsthilfegruppen sogar einen kostenlosen Service. Vielleicht besteht auch die Möglichkeit, kostenlos einen kleinen Artikel zu veröffentlichen.

Im nächsten Schritt sollten Sie sich über die Raumfrage Gedanken machen. Wo sollen die künftigen Gruppentreffen stattfinden. Das erste Treffen kann vielleicht noch privat zu Hause oder in einem ruhigen Zimmer einer Gaststätte stattfinden. Auf Dauer gesehen ist das aber keine gute Lösung, denn in einer Gaststätte besteht meist Verzehrzwang und für nicht wenige Alkoholkranke ist der Besuch eines Gasthauses problematisch. Wo und wie finde ich neutrale Räumlichkeiten?

  • Volkshochschulen oder anderen Bildungsinstituten
  • kirchliche Gemeindehäuser
  • Bürgerhäuser oder andere Einrichtungen der Gemeinde
  • Verbänden der freien Wohlfahrtspflege (AWO, Caritas, DRK, Diakonie etc.)
  • Schulen Kindergärten, Jugendfreizeitheimen
  • Krankenhäuser und Kliniken
  • Arztpraxen
  • Gesundheits-, Sozial- und Arbeitsämtern
  • psychosoziale Beratungsstellen
  • Auch die Selbsthilfekontaktstellen können bei der Raumsuche behilflich sein.

Auch das leidliche Thema Finanzierung muss geklärt werden.  

Auch Selbsthilfegruppen brauchen Geld, wofür eigentlich?

  • Miete für den Gruppenraum
  • Kopier- oder Druckkosten von Informationsmaterialien, Einladungen etc.
  • Schaltung von Inseraten
  • Telefon- und Portokosten
  • Anschaffung von Fachliteratur
  • Teilnahmekosten von Fortbildungsveranstaltungen
  • Fahrtkosten 
  • Gruppenfreizeiten

Überlegen Sie sich also bereits im Vorfeld, wie sich die Gruppe später finanzieren soll.

  • Beim Treffen eine Sammelbüchse herumreichen?
  • Soll ein regelmäßiger Mitgliedsbeitrag erhoben werden?
  • Soll die Gründung eines gemeinnützigen Vereins angestrebt werden (als gemeinnütziger Verein können Sie steuerlich absetzbare Spenden oder auch Bußgelder entgegennehmen)?
  • Besteht die Möglichkeit von öffentlichen Fördermitteln (öffentliche Hand, Krankenkassen, andere Organisationen)? Wenden Sie sich diesbezüglich an die Selbsthilfekontaktstelle Ihres Landkreises.
  • Besteht die Möglichkeit ein passender Sponsor zu finden?
  • Erlöse durch Basare oder Tombolas erzielen?

Bei der Annahme von Spenden und Sponsoring Beiträgen stellt sich die Frage der Versteuerung. Sponsoring- und Spendengelder sind aus der Sicht der Unternehmen Betriebsausgaben, die von der Steuer als Werbungskosten absetzbar sind. Für Ihre Gruppe sind solche Gelder aus Sicht der Finanzämter Einnahmen, die prinzipiell zu versteuern sind. Als gemeinnütziger Verein haben Sie für solche Einnahmen einen Freibetrag. Lassen Sie sich steuerlich beraten - beim Steuerberater oder zuständigen Finanzamt.
Erstellen Sie ein Konzept, wie die Gruppentreffen ablaufen sollen. Hier ein Beispiel wie ein Gruppentreffen gestaltet werden könnte:

  • 19.30 bis 20.00 Treffen der Gruppenmitglieder,
  • 19.00 bis 20.30 Beginn des offiziellen Teils. Grußrunde (Grüße von Nichtanwesenden ausrichten), Bekanntgabe von Terminen, allgemeine      Besprechungen der Gruppe
  • am besten Aufteilung in Kleingruppen, intensive Gespräche in der Kleingruppe. Falls aus räumlichen Gründen oder
  • mangels Teilnehmer keine Aufteilung in Kleingruppen möglich ist, intensive Gespräche in der Großgruppe
  • Pause
  • Abschlussrunde, allgemeiner Kurzbericht über den Ablauf in der Kleingruppe. Denkanstoß für die kommende Woche, Verabschiedung

Eine Selbsthilfegruppe ist mehr, als nur ein wöchentliches Treffen. Die Ziele sind:

  • aus der Verzweiflung herauszufinden und neuen Mut zu fassen
  • der Wunsch, sich selber in der Begegnung mit anderen Menschen kennenzulernen
  • Informationen zu bekommen
  • Unterstützung und Verständnis bei Menschen zu finden, die eine ähnliche Lebenssituation aus eigener Erfahrung her kennen
  • einen neuen Kreis von Gleichgesinnten Freunden zu finden
  • gemeinsame Aktivitäten zu planen und durchzuführen

In der Gruppe sollte sich ein starkes "Wir-Gefühl entwickeln. Durch gegenseitige Hilfe ist das zu realisieren.

 

  • Austausch von Telefonnummern und Adressen für den Notfall
  • gemeinsame Freizeitaktivitäten wie Grillabende, Radtouren und Ausflüge
  • Verabredungen untereinander
  • Besuch und Austausch mit anderen Selbsthilfegruppen
  • Besuch und Austausch mit Therapie-Einrichtungen, Ärzten und Psychologen

Da waren einige Anregungen, wie man eine SHG gründen könnte. Wie gesagt, es waren von mir Anregungen, jederzeit Änderbar.             Gruß Frank


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Alkohol-Entzugserscheinungen

 Wie verläuft kalter Entzug?

Die Entzugserscheinungen bei Alkoholismus treten vier bis zwölf Stunden nach dem letzten Alkoholkonsum auf und halten bei Abstinenz bis zu fünf Tage lang an. Mit welchen Symptomen Alkoholkranke auf Entzug konfrontiert sind und weshalb ein kalter Entzug ohne ärztliche Aufsicht nicht zu empfehlen ist, erfahren Sie hier.

Körperliche Entzugserscheinungen:

Verzichtet ein Alkoholkranker auf Alkoholkonsum ist er mit körperlichen und seelischen Entzugserscheinungen konfrontiert. Wie die Drogenberatung Wolfsburg informiert, gehören Magenschmerzen und schweres Unwohlsein zu den häufigsten Symptomen. Auch das Herz-Kreislaufsystem kann für wenige Tage aus dem Gleichgewicht geraten: So leiden einige Alkoholkranke unter Herzrasen und Bluthochdruck,. Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Krampfanfälle sind weitere Entzugserscheinungen bei Alkoholismus. Darüber hinaus kann kalter Entzug zu Unterzuckerung und Händezittern, Sprach-, Seh- und Empfindungsstörungen führen. Auch starkes Schwitzen, Mundtrockenheit und Schlaflosigkeit können mit dem Entzug der Droge einhergehen.

Psychische Entzugserscheinungen:

Neben den körperlichen Entzugserscheinungen treten in der Regel auch psychische Entzugserscheinungen auf. Sie reichen von innerer Reizbarkeit und Unruhe über Konzentrations- und Gedächtnisstörungen bis hin zu depressiven Verstimmungen und Suizidgedanken. Überlegungen, die um die Beschaffung von Alkohol kreisen, sind bei Alkoholkranken auf Entzug keine Seltenheit.

Kalter Entzug kann zum Delir führen:

In schweren Fällen des Alkoholentzugs gleiten die Betroffenen in das so genannte Delirium ab. Dabei handelt es sich um einen Verwirrtheit - Zustand, in dem der Alkoholkranke halluziniert und schreckliche Ängste durchsteht.

Das Delir ist ein lebensbedrohlicher Zustand, in dem der Süchtige zu einer Gefahr für sich selbst und seine Umgebung werden kann und umgehend klinisch behandelt werden muss. Ein kalter Entzug ohne ärztliche Beobachtung sollte daher in keinem Fall durchgeführt werden.

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Alkoholismus allein rechtfertigt keine zwangsweise Unterbringung:

Unterbringung wegen Alkoholismus nur zulässig,

wenn sich ansonsten Gefahr der Selbstgefährdung verwirklichen würde.:

Als Ausdruck der staatlichen Wohlfahrtspflege ist die zivilrechtliche Unterbringung gegen den Willen des Betroffenen nur dann zulässig, wenn dieser aufgrund einer psychischen Erkrankung oder seines geistigen Zustandes seinen Willen nicht frei bestimmen kann. In einer aktuellen Entscheidung hat der BGH die Voraussetzungen der zwangsweisen Unterbringung von Personen in Fortführung seiner bisherigen Rechtsprechung weiter konkretisiert. In dem entschiedenen Fall hatte der für den Aufgabenkreis Gesundheitsfürsorge und Entscheidung über die Unterbringung bestellte Betreuer die Genehmigung zur Unterbringung einer hochgradig alkoholabhängigen Frau beantragt. Wie ein Sachverständiger im Laufe des Verfahrens feststellte, hatte die Alkoholabhängigkeit zu gravierenden Folgeschäden im Bereich des zentralen Nervensystems geführt. Das Kleinhirn war bereits geschädigt. Die Auffassungsgabe, die Konzentration- und Merkfähigkeit der Betroffenen waren deutlich herabgesetzt. Ein Sachverständiger prognostizierte darüber hinaus für den Fall eines weiteren schweren Alkoholabusus den kurzfristigen Eintritt einer Demenz.

4,6 Promille kurz nach geschlossener Unterbringung

Aufgrund dieser Feststellungen kam das in zweiter Instanz mit der Sache befasste LG zu dem Schluss, dass bei dem Betroffenen Krankheitsbedingt ein kurzfristiger Rückfall zu erwarten sei. Außerdem werde die Betroffene außerhalb einer geschlossenen Station in lebensbedrohliche Zustände geraten, indem sie die Nahrungsaufnahme einstelle und unkontrolliert und exzessiv Alkohol konsumiere. Dies habe sich bereits in der Vergangenheit mehrfach erwiesen. Allein im 2. Halbjahr 2014 sei die Betroffene dreimal mit gerichtlicher Genehmigung über längere Zeit in einer geschlossenen Anstalt stationär behandelt worden. Nach ihrer Entlassung Ende Dezember 2014 sei sie bereits am 8. Januar 2015 mit einem Promille - Wert von 4,6 Promille wieder in eine Klinik eingeliefert worden.

Entzug der Freiheit nur unter engen Voraussetzungen zulässig:

Der BGH stellt hierzu klar, dass die Unterbringung in einer geschlossenen Anstalt gemäß § 1906 Abs.1 Nr.1 BGB grundsätzlich mit einer für den Betroffenen belastenden Freiheitsentziehung verbunden ist. Eine solche Freiheitsentziehung sei nur zulässig,

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  • wenn diese zum Wohl des Betreuten unbedingt erforderlich sei,
  • weil aufgrund einer psychischen Erkrankung oder
  • geistigen oder seelischen Behinderung des Betreuten
  • die Gefahr bestehe, dass er sich selbst töte oder sich erheblichen gesundheitlichen Schaden zufüge. 

 

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Alkoholismus allein ist noch keine psychische Erkrankung:

Das Gericht verwies allerdings darauf, dass Alkoholismus allein weder eine psychische Krankheit noch eine geistige oder seelische Behinderung im Sinne des § 1906 Abs.1 Nr.1 BGB darstellt. Allein auf Alkoholmissbrauch könne daher die Genehmigung für eine Unterbringung nicht gestützt werden. Dies gelte auch dann, wenn eine erhöhte Rückfallgefahr bestehe. Erforderlich sei für eine Unterbringung in Zusammenhang mit Alkoholmissbrauch immer, dass dieser in ursächlichem Zusammenhang mit einem geistigen Gebrechen oder einer psychischen Erkrankung steht oder aufgrund des Alkoholmissbrauchs ein gesundheitlicher Zustand eingetreten ist, der das Ausmaß eines geistigen Gebrechens erreicht hat.

Auch die Entschließungsfreiheit eines Alkoholikers ist rechtlich geschützt:

Als Grund für diese strenge Auslegung bezieht sich der BGH auf die grundgesetzlich geschützte freie Willensentscheidung. Diese Entschließungsfreiheit sei auch bei einem Alkoholiker geschützt. Die Freiheit des Willens als Ausdruck der persönlichen Selbstbestimmung sei ein hohes Gut, das nur in Ausnahmefällen eingeschränkt werden dürfe.

Öffentlichkeit hat ein Interesse an Schutz vor Selbstgefährdung:

Im Falle einer erheblichen Selbstgefährdung bestehe allerdings ein öffentliches Interesse an der Fürsorge für den schutzbedürftigen Einzelnen. Insgesamt sei die zivilrechtliche Unterbringung ein Institut des Erwachsenenschutzes als Ausdruck der staatlichen Wohlfahrtspflege. Entscheidend für die Zulässigkeit einer Unterbringung zur Verhinderung einer Selbstschädigung sei im Ergebnis, dass der Betroffene infolge einer psychischen Erkrankung seinen Willen nicht mehr frei bestimmen kann.

(BGH, Beschluss v. 25.3.2015, XII ZA 12/15)

Selbstgefährdung offensichtlich:

Vor diesem Hintergrund sah der BGH hier die Anordnung der Unterbringung wegen hochgradiger Alkoholabhängigkeit in Zusammenhang mit einer bereits eingetretenen erheblichen Schädigung des zentralen Nervensystems sowie der erheblichen Gefahr eines Rückfalls mit der Folge weiterer erheblicher Gesundheitsschäden bis hin zum Tod als hinreichend begründet an. Entgegen der Auffassung der Rechtsbeschwerde sei davon auszugehen, dass der freie Wille der Betroffenen hier erheblich eingeschränkt sei. Sowohl erstinstanzlich als auch zweitinstanzlich sei aus sachverständiger Sicht eine starke Einschränkung der freien Selbstbestimmung bejaht worden. Dies ergebe sich schon daraus, dass der Betroffenen jede Einsicht in ihre Erkrankung fehle. Ohne diese Einsicht sei die Frau aber zu einer freien Willensentscheidung nicht fähig.(BGH, Beschluss v. 7.10.2015, XII ZB 58/15).

Anordnung der Unterbringung ist auch verhältnismäßig:

Der BGH bewertete die Unterbringung auch nicht als unverhältnismäßig. Ambulante Behandlungsmöglichkeiten seien angesichts der vergangenen Rückfälle nach mehrfachen Unterbringungen nicht Erfolg versprechend. Vielmehr sei davon auszugehen, dass im Falle des Unterlassens einer Unterbringung sich die Gefahr der Selbstgefährdung verwirklichen würde. Der BGH bestätigte somit die Unterbringung der betreuten Person.(BGH, Beschluss v. 3.2.2016, XII ZB 317/15)

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Kontrolliertes Trinken ein Interview:   Radioaufzeichnung, Bayern 2 vom 09.01.2019

Das Dogma der Total - Abstinenz 

bei Alkoholikern kippt

Prof. Dr. Falk Kiefer und Prof. Karl Mann geben in einem

Podcast von Bayern 2 ein Interview zum Thema

Abstinenz und Kontrolliertes Trinken.

https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/iq-wissenschaft-und-forschung/alkohol-totalabstinenz-kippt-100.html

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Warum Alkoholiker manch mal trinken duerfen
Alkoholismus
Auszug aus der Sueddeutsche Zeitung.pdf (63.59KB)
Warum Alkoholiker manch mal trinken duerfen
Alkoholismus
Auszug aus der Sueddeutsche Zeitung.pdf (63.59KB)
Warum Alkoholiker manch mal trinken duerfen
Alkoholismus
Auszug aus der Sueddeutsche Zeitung.doc (66KB)
Warum Alkoholiker manch mal trinken duerfen
Alkoholismus
Auszug aus der Sueddeutsche Zeitung.doc (66KB)
Der Ruekfall - Eine Handreichung fuer Suchtbetroffene und Helfer
von Heinz Josef Janssen und Kaete Koertel
Buch_Rueckfall.pdf (8.4MB)
Der Ruekfall - Eine Handreichung fuer Suchtbetroffene und Helfer
von Heinz Josef Janssen und Kaete Koertel
Buch_Rueckfall.pdf (8.4MB)